"Können jederzeit eine Serie starten" - Dominik Oelschläger über die SG Rückers
Christian Heil, 04.03.2026
Seit Juli vergangenen Jahres ist Dominik Oelschläger (34, Foto rechts, Quelle des Fotos: www.torgranate.de) Spielertrainer bei der SG Rückers. Seit exakt 40 Jahren und dem Aufstieg 1986 spielt Rückers entweder wie zur Zeit in der Kreisoberliga Süd oder in der Gruppenliga.
Beschreiben Sie doch mal nach acht Monaten Amtszeit Verein und Leute rund um die SG Rückers?
Das ist ein sehr familiär geführter Verein, dörflich und trotzdem sehr gut organisiert. Ich kann unter anderem voll meiner Trainertätigkeit nachgehen, ohne mich um zu viele organisatorische Dinge drumherum kümmern zu müssen. Auch die Mannschaft organisiert sich in vielen Bereichen top selbst. Das sind Gründe, warum ich für die neue Saison zugesagt habe.
Sie waren zumeist eher im Norden des Bezirks unterwegs. Von daher kam der Wechsel nach Rückers in die südlichen Gefilden im Sommer eher überraschend.
Seit etwa zwei Jahren wohne ich ja jetzt in Petersberg. Zum anderen kam der Kontakt nach Rückers über Steffen Frick, einen ehemaligen Arbeitskollegen, zustande. Er hat in Rückers gespielt und ist auch heute noch im Umfeld tätig. Daraufhin haben wir uns getroffen und es hat von Beginn an harmoniert.
Rückers nimmt diese Saison den 14. Anlauf nacheinander, um möglichst wieder in die Gruppenliga zurückzukehren. Fast immer lag man – so wie auch diese Saison – zwischen Platz drei und fünf in der Verfolgerrolle. Warum reicht es nie für ganz oben?
Was vorher war, das kann ich nicht beurteilen. Was die aktuelle Saison angeht, kann ich sagen, dass wir uns ein gutes Stück selbst um eine bessere Ausgangslage gebracht haben. Wir können uns selbst nicht erklären, warum wir so viele unnötige Punkte haben liegen lassen. Wir haben gegen vermeintlich schwächere Teams wie Lauter, Weyhers oder Löschenrod verloren, dafür aber gegen die starken Gegner wie Huttengrund oder Lütter absolut auf Augenhöhe gespielt.
Rückers ist zudem der Remiskönig der Liga mit sieben Unentschieden, dazu die angesprochenen Niederlagen gegen Teams aus dem Keller. Das deutet darauf hin, dass die Liga an sich sehr eng sein muss. Ist das so?
Bis auf die beiden Topteams ist die Liga tatsächlich sehr eng. Jeder Gegner hat eine gewisse Qualität. Das kenne ich aus der Kreisoberliga Nord nicht so. Ich finde, dass im Norden das Gefälle größer ist. Man sieht es auch an der Tabelle: Den Dritten und den Elften trennen vier Punkte.
Sie haben elf Tore geschossen und sind bester Torschütze. Dahinter kommt Rudi Wasirow, der im Sommer aber nach Lütter wechseln wird. Das bedeutet ja, dass man personell zur neuen Runde einiges anpassen muss, oder?
Definitiv wird der Verlust von Rudi schwerwiegend. Aber ein solcher Abgang bietet auch Chancen, sich zu beweisen für die anderen, die im Moment vielleicht noch nicht so im Fokus stehen. Vielleicht müssen wir auch vom Spielsystem etwas anpassen, denn den Spielertypen Rudi Wasirow gibt es nun mal in der KOL nicht mehr. Wir sind aber ein Verein, der jetzt keine Summen für irgendwelche Spieler in die Hand nehmen wird, sondern wir sind schon darauf bedacht, dass wir auf die eigenen Jungs setzen.
Wie viele einheimische Spieler umfasst denn der Kader der SG Rückers?
Alle haben einen Bezug nach Rückers. Der Großteil der Mannschaft spielt schon seit der C-Jugend zusammen. Die wurden damals von unserem heutigen sportlichen Leiter Oliver Dittmar trainiert. Deutlich über 90 Prozent der Spieler fahren keine zehn Kilometer zum Sportplatz. Bis auf Max Graul, der mittlerweile in Wippershain wohnt, haben alle kurze Wege.
Wir sind schon dabei, über die neue Saison zu reden. Heißt das im Umkehrschluss, dass die aktuelle Saison bei neun Punkten Rückstand auf Rang zwei bereits abgehakt ist?
Grundsätzlich sind wir immer in der Lage, eine Serie zu starten, und seit Anfang September und dem 1:3 gegen Kerzell sind wir nun auch bereits elf Spiele am Stück ungeschlagen. Aber man muss auch realistisch sein: Es sind nur noch zwölf Spiele, und wenn die beiden jetzt nicht noch fünf Spiele davon verlieren, dann wird es verdammt schwer. Dritter will ich aber auf jeden Fall werden.
Am Sonntag geht es zum Nachbarn SV Mittelkalbach, mit dem man sowohl in der Jugend mit der JSG Südring als auch mit der zweiten Mannschaft eine enge Verbindung durch Spielgemeinschaften hat. Gibt es da Gastgeschenke zu verteilen?
Ganz sicher nicht. So gut die SG beider Vereine im Reservebereich als Tabellenführer auch funktioniert, aber wenn wir die minimalen Chancen nach ganz oben halten wollen, dann müssen wir gewinnen. Die Jungs wollen nach dem 1:1 im Hinspiel dieses Mal auf alle Fälle die drei Punkte. Dass sich Mittelkalbach nach der Runde aus der Spielgemeinschaft löst, stellt uns als dann wieder eigenständige Reserve natürlich personell vor eine Herausforderung.
Noch eine private Frage: Ihr Vater Steffen hat einst bei Borussia Fulda als auch beim SVA Bad Hersfeld hochklassig trainiert. Was macht er heute?
Er wohnt mittlerweile in den USA. Ihm geht es gut, und möglicherweise wird er dort wieder in einem Trainer-Staff arbeiten. Amateurklassen gibt es in den USA ja nicht. Aber das sind dann eher so eine Art an Freizeitligen.
Quelle:www.torgranate.de
